UG gründen Checkliste – Alles was Sie brauchen

Eine UG können Sie bereits mit einem Euro Stammkapital gründen. Diese Minimalanforderung macht die Unternehmergesellschaft zur beliebtesten Alternative zur klassischen GmbH. Mit unserer Checkliste behalten Sie alle wichtigen Schritte im Blick und vermeiden kostspielige Verzögerungen.

Voraussetzungen vor der UG-Gründung prüfen

Bevor Sie mit der eigentlichen Gründung beginnen, sollten Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen klären. Eine UG benötigt mindestens einen Gesellschafter und einen Geschäftsführer, beide Rollen kann dieselbe Person übernehmen.

Das Stammkapital muss zwischen einem Euro und 24.999 Euro liegen. Bei 25.000 Euro oder mehr handelt es sich automatisch um eine GmbH. Anders als bei der GmbH müssen Sie das Stammkapital vollständig einzahlen, bevor Sie zum Notar gehen.

Wichtige Vorab-Checks:

  • Verfügbarkeit des Firmennamens prüfen

  • Geschäftstätigkeit definieren

  • Stammkapital festlegen (1-24.999 Euro)

  • Gesellschafter und Geschäftsführer bestimmen

Gesellschaftsvertrag erstellen und beurkunden

Der Gesellschaftsvertrag bildet das rechtliche Fundament Ihrer UG. Sie können das Musterprotokoll verwenden, wenn Sie maximal drei Gesellschafter haben und einen Geschäftsführer bestellen. Dies spart Notarkosten von etwa 150 bis 300 Euro.

Bei komplexeren Strukturen benötigen Sie einen individuellen Gesellschaftsvertrag. Ein Rechtsanwalt erstellt diesen für 800 bis 1.500 Euro. Die notarielle Beurkundung kostet zusätzlich 200 bis 600 Euro, abhängig vom Stammkapital.

Gesellschafter

Musterprotokoll möglich

Kosten Notar

Anwaltskosten

1-3

Ja

150-300 Euro

Nicht nötig

4+ oder komplex

Nein

200-600 Euro

800-1.500 Euro

Geschäftskonto eröffnen und Stammkapital einzahlen

Nach der notariellen Beurkundung eröffnen Sie ein Geschäftskonto auf den Namen der UG. Banken verlangen meist eine Kopie des Gesellschaftsvertrags und einen Nachweis der Geschäftstätigkeit.

Das Stammkapital zahlen Sie vollständig auf dieses Konto ein. Bei einem Euro Stammkapital wirkt dies unprofessionell auf Geschäftspartner. Experten empfehlen mindestens 1.000 bis 2.500 Euro für einen seriösen Auftritt.

Die Bank stellt eine Einzahlungsbestätigung aus. Diese benötigen Sie für die Handelsregisteranmeldung. Ohne diese Bestätigung lehnt das Registergericht Ihre Anmeldung ab.

Handelsregisteranmeldung durchführen

Die Anmeldung zum Handelsregister erfolgt durch den Notar oder einen bevollmächtigten Rechtsanwalt. Sie können dies nicht selbst erledigen. Die Anmeldegebühren betragen 150 Euro beim Amtsgericht.

Das Registergericht prüft Ihre Unterlagen und trägt die UG ins Handelsregister ein. Dieser Vorgang dauert meist zwei bis vier Wochen. Mit der Eintragung entsteht Ihre UG als juristische Person.

Sie erhalten einen Registerauszug, der die Existenz Ihrer UG bestätigt. Diesen benötigen Sie für weitere Anmeldungen und Vertragsabschlüsse.

Erforderliche Unterlagen:

  1. Gesellschaftsvertrag (notariell beurkundet)

  2. Einzahlungsbestätigung der Bank

  3. Geschäftsführerbestellung

  4. Gesellschafterliste

Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung

Nach der Handelsregistereintragung melden Sie Ihr Gewerbe beim örtlichen Gewerbeamt an. Die Gewerbeanmeldung kostet zwischen 15 und 65 Euro, je nach Kommune. Das Gewerbeamt informiert automatisch das Finanzamt über Ihre UG-Gründung.

Das Finanzamt sendet Ihnen den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" zu. Füllen Sie diesen vollständig aus und geben Sie Ihre voraussichtlichen Umsätze an. Bei erwarteten Umsätzen über 22.000 Euro im ersten oder 50.000 Euro im zweiten Jahr sind Sie umsatzsteuerpflichtig.

Die Steuernummer erhalten Sie etwa zwei bis drei Wochen nach Einreichung des Fragebogens. Mit dieser können Sie Rechnungen schreiben und sind geschäftsfähig.

Weitere Anmeldungen je nach Geschäftstätigkeit

Abhängig von Ihrer Geschäftstätigkeit sind weitere Anmeldungen erforderlich. Handwerker müssen sich bei der Handwerkskammer registrieren. Freiberufler benötigen möglicherweise eine Erlaubnis der zuständigen Kammer.

Bei Mitarbeitern melden Sie sich bei der Berufsgenossenschaft und den Sozialversicherungsträgern an. Die Unfallversicherung ist gesetzlich verpflichtend und kostet mindestens 160 Euro jährlich.

Mögliche weitere Anmeldungen:

  • Handwerkskammer (bei Handwerksbetrieben)

  • IHK-Mitgliedschaft (meist automatisch)

  • Berufsgenossenschaft (bei Mitarbeitern)

  • Bundesagentur für Arbeit (bei Mitarbeitern)

Gesamtkosten der UG-Gründung im Überblick

Die Mindestkosten für eine UG-Gründung liegen bei etwa 350 Euro. Darin enthalten sind das Musterprotokoll, Notarkosten, Handelsregistereintragung und Gewerbeanmeldung. Bei individuellen Gesellschaftsverträgen steigen die Kosten auf 1.500 bis 2.500 Euro.

Kostenpunkt

Mindestkosten

Mit Anwalt

Notar (Musterprotokoll)

150 Euro

-

Gesellschaftsvertrag

-

800-1.500 Euro

Notarielle Beurkundung

-

200-600 Euro

Handelsregister

150 Euro

150 Euro

Gewerbeanmeldung

25 Euro

25 Euro

**Gesamt**

**325 Euro**

**1.175-2.275 Euro**

Für eine detaillierte Kostenberechnung nutzen Sie unseren GmbH-Kostenrechner, der auch UG-Gründungen abbildet.

Häufige Fehler bei der UG-Gründung vermeiden

Viele Gründer unterschätzen die laufenden Kosten einer UG. Die Bilanzierungspflicht erfordert einen Steuerberater, der jährlich 1.500 bis 3.000 Euro kostet. Diese Kosten entstehen unabhängig vom Geschäftserfolg.

Ein weiterer Fehler ist die Wahl eines zu niedrigen Stammkapitals. Ein Euro wirkt unseriös und kann Geschäftspartner abschrecken. Zudem müssen Sie 25 Prozent des Jahresgewinns ansparen, bis Sie 25.000 Euro erreichen und zur GmbH wechseln können.

Planen Sie auch die Haftungsrisiken richtig ein. Als Geschäftsführer haften Sie persönlich bei Pflichtverletzungen, auch wenn die UG grundsätzlich beschränkt haftet.

Wenn Sie unsicher über die optimale Rechtsform sind, hilft Ihnen unser Rechtsform-Finder bei der Entscheidung.

Fazit: Mit System zur eigenen UG

Eine UG-Gründung ist mit der richtigen Vorbereitung in vier bis sechs Wochen möglich. Halten Sie sich an unsere Checkliste und planen Sie ausreichend Budget für alle Schritte ein. Die Notarkosten können Sie vorab berechnen lassen.

Denken Sie langfristig: Eine UG ist oft nur der erste Schritt zur GmbH. Prüfen Sie daher schon bei der Gründung, ob Sie später wechseln möchten.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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