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Warum eine GmbH gründen?
Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist die beliebteste Rechtsform für Unternehmer in Deutschland. Der größte Vorteil: Sie haften nicht mit Ihrem Privatvermögen, sondern nur mit dem eingezahlten Stammkapital.
Das macht die GmbH zur ersten Wahl für:
Unternehmer mit Haftungsrisiken
Gründer, die Investoren aufnehmen möchten
Teams mit mehreren Gesellschaftern
Selbstständige, die professionell auftreten möchten
Was kostet eine GmbH-Gründung?
Die Gesamtkosten einer GmbH-Gründung liegen typischerweise zwischen 8.000 € und 13.000 € – ohne das Stammkapital von mindestens 25.000 €.
Die größten Kostenpunkte:
Posten | Kosten |
|---|---|
Notarkosten | 1.500 € – 3.000 € |
Handelsregistereintrag | 260 € |
Steuerberater (Gründung) | 500 € – 1.500 € |
IHK-Beitrag (1. Jahr) | 150 € – 600 € |
Gewerbeanmeldung | 20 € – 60 € |
Geschäftskonto Eröffnung | 0 € – 100 € |
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Schritt-für-Schritt: GmbH gründen
Schritt 1: Gesellschaftsvertrag (Satzung) vorbereiten
Bevor Sie zum Notar gehen, brauchen Sie einen Gesellschaftsvertrag. Dieser regelt:
Name der Gesellschaft (Firma)
Sitz der Gesellschaft
Unternehmensgegenstand
Höhe des Stammkapitals
Aufteilung der Geschäftsanteile
Geschäftsführung und Vertretung
Tipp: Für einfache Gründungen (1 Gründer, 1 Geschäftsführer) können Sie das gesetzliche Musterprotokoll nutzen. Das spart Notarkosten – hat aber Nachteile bei komplexeren Strukturen.
Schritt 2: Notar beauftragen
Die GmbH-Gründung muss notariell beurkundet werden – das ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 2 GmbHG). Der Notar:
Beurkundet den Gesellschaftsvertrag
Beglaubigt die Gesellschafterliste
Meldet die GmbH beim Handelsregister an
Kosten: Abhängig vom Stammkapital und Bundesland. Bei 25.000 € Stammkapital und Standardsatzung: ca. 1.500 € – 2.000 €.
Wichtig: Auch online möglich – seit 2023 können GmbH-Gründungen per Videobeurkundung (Online-Notar) mit eID durchgeführt werden.
Schritt 3: Stammkapital einzahlen
Nach der Beurkundung müssen Sie das Stammkapital auf ein Geschäftskonto einzahlen:
Mindest-Stammkapital: 25.000 €
Mindestens 50 % (12.500 €) muss bei Gründung eingezahlt sein
Den Rest können Sie in Raten einzahlen
Wichtig: Sie brauchen ein Geschäftskonto, bevor die GmbH eingetragen wird. Viele Banken bieten spezielle Gründerkonten für diesen Zweck an.
Schritt 4: Handelsregistereintrag
Der Notar reicht alle Unterlagen beim zuständigen Amtsgericht (Handelsregister) ein. Die Bearbeitungszeit beträgt:
Normal: 2 – 4 Wochen
Express (gegen Aufpreis): 1 – 3 Werktage
Kosten: 260 € Gerichtsgebühr (bundesweit einheitlich)
Erst mit der Eintragung ins Handelsregister ist die GmbH rechtlich existent. Vorher handeln Sie als „GmbH in Gründung" (GmbH i.G.).
Schritt 5: Steuerliche Erfassung
Nach der Eintragung meldet sich das Finanzamt bei Ihnen – oder Sie melden sich aktiv. Sie erhalten:
Steuernummer (für Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)
USt-IdNr. (wenn Sie umsatzsteuerpflichtig sind)
Sie müssen einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen – am besten mit einem Steuerberater.
Schritt 6: Gewerbeanmeldung
Parallel zur Handelsregistereintragung müssen Sie ein Gewerbe anmelden (außer bei freien Berufen):
Beim Gewerbeamt der Gemeinde am Sitz der GmbH
Kosten: 20 € – 60 € (je nach Stadt)
Online möglich in vielen Bundesländern
Schritt 7: IHK-Mitgliedschaft
Mit der Gewerbeanmeldung werden Sie automatisch Mitglied der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Die IHK-Beiträge richten sich nach dem Gewerbeertrag – im Gründungsjahr oft günstig oder sogar beitragsfrei.
GmbH vs. UG – Was ist besser?
Wenn Sie kein Stammkapital von 25.000 € aufbringen können oder möchten, ist die UG (haftungsbeschränkt) eine Alternative:
GmbH | UG | |
|---|---|---|
Stammkapital | 25.000 € | Ab 1 € |
Reputation | Sehr hoch | Mittel |
Gründungskosten | 8.000–13.000 € | 7.500–12.000 € |
Thesaurierungspflicht | Nein | Ja (25% des Gewinns) |
Umwandlung in GmbH | – | Möglich, aber aufwendig |
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Häufige Fehler bei der GmbH-Gründung
1. Falscher Unternehmensgegenstand Der Gegenstand muss konkret und IHK-konform sein. Zu vage Formulierungen werden abgelehnt.
2. Geschäftskonto zu spät eröffnen Sie brauchen das Konto vor der Stammkapital-Einzahlung. Planen Sie 1–2 Wochen ein.
3. Kein Steuerberater von Anfang an Die steuerliche Erfassung und der erste Jahresabschluss sind komplex. Ein Steuerberater spart langfristig Geld.
4. Musterprotokoll bei komplexen Strukturen Das Musterprotokoll ist nur für sehr einfache Gründungen geeignet. Bei mehreren Gesellschaftern unbedingt individuelle Satzung wählen.